Erfahrungsberichte

Verenas Erfahrungen in Traiskirchen

Ich war bisher zweimal am Wochenende zu den organisierten Kurseinheiten dabei und einige Male außerhalb dieser Termine, in direkter Absprache mit Schülern. Die Arbeit mit den Menschen hat viel Spaß gemacht, obwohl es an meinem ersten Tag etwas schwierig war, weil ich jeweils mehrere Leute ganz unterschiedlicher Levels hatte. Doch sie haben einander geholfen, wenn jemand nicht (so gut) Englisch konnte bzw. noch gar kein Deutsch und einander in ihrer Muttersprache übersetzt, was notwendig war, um den Lernstoff zu verstehen.

Die Skripten sind meiner Meinung nach sehr gut gestaltet, jedoch haben mir die Schüler erklärt, es bringt sie nicht mehr weiter, weil alle, die kommen um zu untterrichten, immer wieder das Skriptum durchmachen und sie nie etwas Neues lernen. Deswegen habe ich Karteikarten gestaltet, auf deren einer Seite die Konjugationen der Modalverben (und anderer gebräuchlicher, irregulärer Verben) stehen, auf der anderen einfache Lückensätze, in welche die passenden Formen der Verben einzusetzen sind.

Außerdem schicke ich denjenigen, mit denen ich im Kontakt bin, ab und zu neue Übungen, die ich selbst zusammen schreibe, wenn ich keine Zeit habe, nach Traiskirchen zu fahren. Ich habe mir auch gedacht, dass ich Hörübungen gestalten könnte, wie man sie immer in Lehrbüchern hat, und diese auf Facebook zu senden. Ein Schüler hat mir ein You-Tube-Video gezeigt, mit dem er versucht hat, Deutsch zu lernen. Vielleicht könnte man eine Facebook-Gruppe (oder sonst eine Plattform im Internet) erstellen, auf der man Materialien für sie sammelt, damit sie selbst üben können, und interaktiv lernen, statt nur mit dem Skript. (Gerade, wenn es jetzt kalt wird und die Studenten unter uns nicht mehr so oft kommen können werden.)

Ich bin erstaunt, wie wissbegierig die Menschen sind, und wie ordentlich und fleißig sie alles aufschreiben. Es ist so schön zu sehen, wie sie alles aufnehmen wollen, und ich würde am liebsten jeden Tag mit ihnen intensiv arbeiten, statt meine Zeit mit so viel unwichtigeren Dingen zu verbringen.

Ob Anfänger oder Fortgeschrittene, die Stunden mit ihnen machen immer viel Spaß. Es ist interessant zu sehen, wie unterschiedlich sie lernen. Man lernt auch mit jedem Tag dazu, findet neue Methoden (und neue Freunde), lernt auch für sich selbst auch viel dazu. Ich hätte nicht gedacht, dass es möglich wäre, eine Gruppe von Menschen zu unterrichten, die kein Wort Englisch oder Deutsch sprechen. Aber mit Händen und Füßen hat es eineinhalb Studen lang super hingehauen, bis uns zu kalt wurde. (Und ich war eher zufällig, außerhalb der Unterrichtszeit dort, weil ich mich mit einem bestimmten Jungen treffen wollte, der dann aber nicht kommen konnte. Also habe ich mich kurz im Park in die Wiese gesetzt. Gerade 5 Sekunden bin ich alleine gesessen, dann kamen schon die Ersten zu mir, setzten sich um mich herum und fragten erwartungsvoll: „Deutschkurs?“)

Meine Erfahrung ist, dass der Kurs am effektivsten ist, wenn man in einer kleinen Gruppe arbeiten kann, die dasselbe Niveau und vor allem dieselbe Muttersprache hat. Auch große Gruppen funktionieren aber, wenn die Schüler aufmerksam sind und gut zusammen arbeiten. Eine mögliche Strukturierung neben jener nach Niveaus wäre vielleicht auch eine nach Muttersprachen – was natürlich schwierig ist, ich weiß…

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